Ein Psychologe verrät, warum Scheidungskinder weniger Nachwuchs bekommen

6. März 2026

Eine aktuelle Studie zeigt, dass Kinder aus geschiedenen Familien tendenziell weniger eigene Kinder bekommen. Dies hat weitreichende Implikationen für die Gesellschaft und stellt Fragen über die Art und Weise, wie elterliche Trennungen das spätere Leben der Kinder prägen. Forscher der Bocconi-Universität in Mailand haben herausgefunden, dass Männer, die als Scheidungskinder aufwuchsen, im Durchschnitt 13 % weniger Kinder bekommen als gleichaltrige Männer aus intakten Familien, während es bei Frauen etwa 5 % sind. Diese Erkenntnisse bieten wertvolle Einblicke in das Sozialverhalten und die Familienplanung von Scheidungskindern, und könnten weitreichende Konsequenzen für zukünftige Generationen haben.

Wie Scheidung die Partnerschaften beeinflusst

Ein zentrales Ergebnis der Studie ist, dass Erwachsene, die als Kinder eine Scheidung erlebt haben, häufig kürzere Partnerschaften eingehen. Dies kann dazu führen, dass sie weniger Kinder bekommen, da viele Geburten typischerweise innerhalb einer stabilen Partnerschaft stattfinden. Die Forscher beobachteten, dass bei Scheidungskindern die Dauer der Ehen etwa ein Jahr kürzer ist als bei anderen Menschen. Diese verkürzte Ehedauer scheint einen direkten Einfluss auf die Familienplanung zu haben.

Der Einfluss der Trennung auf den Kinderwunsch

Die Studie legt nahe, dass der Kinderwunsch von Scheidungskindern erheblich von den Erfahrungen ihrer Eltern beeinflusst wird. Kinder, die in einem Konfliktumfeld aufwachsen, entwickeln möglicherweise negative Einstellungen zur Elternschaft und Partnerschaft, was ihre Entscheidung, eigene Kinder zu bekommen, beeinflusst. Die Art und Weise, wie Trennungen verlaufen, spielt eine entscheidende Rolle – eine harmonische Trennung könnte weniger negative Auswirkungen auf den Kinderwunsch haben.

Soziale und psychologische Aspekte

Die Ergebnisse zeigen auch, dass Scheidungskinder nicht nur in Bezug auf die Anzahl ihrer eigenen Kinder, sondern auch hinsichtlich ihrer Wünsche und Einstellungen zur Familiengründung anders beeinflusst werden. Faktoren wie die Beziehung zu beiden Elternteilen nach der Trennung sowie das Familienstresslevel haben signifikante Auswirkungen. Ein weiterer interessanter Aspekt ist, dass Frauen tendenziell ihr erstes Kind früher bekommen, meist um etwa 0,75 Jahre früher im Vergleich zu Frauen aus intakten Familien.

Praktische Tipps zur Unterstützung von Scheidungskindern

  • 👨‍👩‍👧‍👦 Offene Kommunikation fördern: Eltern sollten in Kontakt bleiben und konstruktiv kommunizieren, um ein positives Umfeld zu schaffen.
  • 🗂️ Zusätzliche Ressourcen anbieten: Stellen Sie sicher, dass Scheidungskinder Zugang zu Therapie- und Unterstützungsgruppen haben.
  • 🎉 Gemeinsame Unternehmungen fördern: Planen Sie regelmäßige Aktivitäten, die beiden Elternteilen und dem Kind Freude bereiten.
  • 📚 Bildung und berufliche Unterstützung: Helfen Sie Ihren Kindern, ihre Interessen zu verfolgen und Bildungsangebote zu nutzen, um ihre Zukunft zu sichern.

Medienberichterstattung und gesellschaftliche Auswirkungen

Die Wahrnehmung von Scheidungskindern und deren Herausforderungen ist nach wie vor ein wichtiges Thema in der Gesellschaft. Medienberichte verstärken oft stereotype Ansichten über diese Kinder, was Nachhaltigkeits- und Aufklärungsarbeit notwendig macht. Eine differenzierte Sichtweise ist wichtig, um Vorurteile abzubauen und eine unterhaltsame sowie lehrreiche Gesellschaft zu schaffen.